Ihr seht jeden Tag ein perfektes Scherfchen.
Gut gelaunt.
Mutig. Stark.
Makellos geschminkt.
Versteckt hinter Make Up.
Einfach weil das meine Wohlfühlzone ist.
Ich möchte euch heute einen Teil von mir vorstellen, den ich bisher für mich behalten habe:
Mein Name ist Christin.
Ich bin 26 Jahre alt, habe alles erreicht, was ich bis hier her erreichen wollte und ich bin so viel unsicherer als ich es jeden Tag zeige.
Verletzlicher.
Und definitiv nicht perfekt.
Ich kaschiere Augenringe mit Concealer um nicht zugeben zu müssen, dass ich müde bin, weil ich wieder schlechte Träume hatte.
Dass ich wieder geweint habe, weil mich Vergangenes doch manchmal wieder einholt.
Oder weil ich Probleme oder Sorgen habe.
Niemand soll sehen, dass ich weiß was es bedeuten kann ohne Vater in einer Patchwork-Familie aufzuwachsen.
Wie es ist richtig schlechte Beziehungen gehabt zu haben.
Dass ich weiß, was es bedeutet gemobbt und fertig gemacht zu werden.
Ich überdecke Narben am Auge von einer OP die ich nur habe, weil ich die Hänseleien aus der Schulzeit nicht mehr aushalten konnte.
Erkrankung operieren und korrigieren lassen und weiterhin den Drang selbst das noch für mich behalten zu müssen.
Verstecken zu müssen.
Bisher habe ich mich niemals so gezeigt.
Irgendwie nackt.
Es ist immer noch ein mulmiges Gefühl das zu ändern.
Ich frage mich jeden Morgen beim Blick in den Spiegel wie ich von #Selbstliebe reden kann, wie ich davon reden kann selbstbewusster und stark zu sein, wenn ich mich selbst nur ungeschminkt kaum ertragen will.
Vielleicht ist das hier nur ein Weg, mich endlich selbst voll akzeptieren zu lernen.
Vielleicht ist es aber auch ein Weg euch allen, unsicheren, traurigen, verletzten Menschen da draußen zu zeigen, dass kein Make-up dieser Welt Vergangenheit wegschminken kann.
Dass keine Schminke dieser Welt ein ehrliches Lächeln ersetzt.
Vielleicht ist es ein Weg euch zu zeigen, dass sich Mut lohnt.
Dass sich Hartnäckigkeit und Kämpfen auszahlen.
Kämpfen für das, was man so unbedingt will.
All das was mein sein möchte.
Ich meine es heute noch ehrlicher als sonst, wenn ich sage:
Steht zu euch. Kämpft. Und hört niemals auf ihr selbst zu sein. 💕
#mutausbruch


1 Kommentar

Martin Weskott · 24. Januar 2019 um 8:30

Feines und mutiges Statement. Natürlich ist die wahre “Scherfchen” ein Stück hinter dem Gesicht “für alle” zu finden, und vielen geht es wie Dir. Die Hänseleien, die Tränen, die Verletzungen zählen aber für die Karmabilanz nicht, sondern was man/frau daraus macht, und ob man/frau bereit und in der Lage ist, seine Erkenntnisse und Folgerungen mit Anderen zu teilen. Und das, liebe Christin, gelingt Dir, dafür meinen Respekt, ja sogar Hochachtung. Du hast die Menschen verstanden! Ich danke Dir dafür.

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